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"Manchmal handelt ein Song eben von mir"
Pink, Interview vom 9. November 2002
Mit ihrem zweiten Album "M!Ssundaztood" feiert Pink international
Erfolge. Im Online-Interview mit Jessica Schwarz spricht sie über
die Bedeutung ihrer Texte, über Stärken und Schwächen und
die Herkunft ihres Namens.
09.11.2002
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Jessica Schwarz beim Interview mit Pink |
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Jessica Schwarz: Ich habe gehört, dass Du gestern
Abend ein großartiges Konzert gegeben hast. Jeder, den ich kenne,
ist dort gewesen und rief mich an, um mir begeistert davon zu erzählen.
Nur ich musste arbeiten und konnte nicht kommen. Nun ja, gerade sind die
Jungs von Bon Jovi gekommen, hast Du sie getroffen?
Pink: Ja, ich kenne sie. Es sind wirklich coole Jungs.
Jessica Schwarz: Du arbeitest auch mit Richie Sambora zusammen?
Pink: Ja, er hat bei "Misery" auf dem neuen Album mitgespielt.
Jessica Schwarz: Dein neuester Hit "Just Like A Pill" ist
in Deutschland in den Top Ten. Der Song ist sehr ehrlich und sehr direkt.
Du beklagst Dich darüber, dass jemand Dich krank macht, Dir nicht hilft.
Hat das jemand getan? (Pink lacht) Kannst Du die Frage schon nicht mehr
hören?
Pink: Ich dachte nur daran, dass der Typ mich wirklich krank macht.
Jessica Schwarz: Wer ist der arme Kerl? Aber nicht einer von Deinen
Lehrern, oder?
Pink: Nein, das nicht. Wir haben einfach nur ein mieses Verhältnis.
Jessica Schwarz: Ist das auch der Grund für den Titel des
Albums? Du hast es "missverstanden" genannt und völlig
falsch buchstabiert ("M!Ssundaztood", Anm. d. Red.). Was steckt
dahinter?
Pink: Ich buchstabiere einfach gerne Worte falsch. Es ist die Bedeutung
des Wortes missverstanden: Du verstehst es falsch, du schreibst es falsch.
Und du kannst damit gleichzeitig Deine Lehrer auf die Palme bringen. Das
ist immer gut.
Jessica Schwarz: Du schreibst Deine Liedtexte selbst. Wo hast Du
die besten Ideen?
Pink: Gute Frage. Im Studio, wo du dich voll auf die Musik konzentrierst.
Wenn ich auf der Gitarre herumklimpere oder Klavier spiele.
Jessica Schwarz: Haben die Texte immer etwas mit Deinem Leben zu
tun? Ein Song heißt "Dear Diary", liebes Tagebuch also.
Ist Dein Album so etwas wie Dein bester Freund? Möchtest Du darauf
etwas erzählen?
Pink: Schon, obwohl: Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Ich
habe keine echte Begründung. Ich schreibe einfach auf, wie ich mich
fühle. Manchmal passiert es eben, dass es von mir handelt. Das finde
ich auch nicht weiter schlimm, in der Hinsicht bin ich sehr arrogant.
Ich schreibe einfach, was mir gerade in den Sinn kommt.
"Ich bereue nichts"
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Jessica Schwarz: Du bist gerade einmal 23 Jahre alt, hast die Schule
ohne Abschluss verlassen. Du hast einfach beschlossen, dass Du Dir selbst
ein besserer Lehrer sein würdest. Hat es Dich stark gemacht, so viele
Schwierigkeiten durchzustehen?
Pink: Natürlich, es macht dich weiser und stärker. Hoffentlich
mache ich nicht die gleichen Fehler zweimal. Das ist der größte
Fehler.
Jessica Schwarz: Was war Dein schlimmster Fehler? Gibt es etwas,
das Du bereust?
Pink: Nein, ich bereue nichts wirklich. Mein größter
Fehler? Dafür waren es zu viele. Ich kann sie nicht mal alle aufzählen.
Vielleicht mein Herz anders zu behandeln, als es es verdient hätte.
Jessica Schwarz: Hast Du viele Menschen, die Dir gute Ratschläge
geben wollen? Oder kannst Du einfach sagen: "Das ist mein Leben,
nehmt mich so oder vergesst es!"?
Pink: Die Menschen um mich herum sind wirklich gute, sehr positive
Menschen. Das hat aber auch einige Jahre harte Arbeit gekostet. Aber inzwischen
ist es so weit, dass ich wirklich sein kann, wie ich will. Im Moment ist
das natürlich sehr einfach. Das Album läuft super, die Show
läuft super. Es macht einfach Spaß.
Jessica Schwarz: Die Show heute Abend heißt Wetten, dass..?.
Wettest Du? Oder spielst Du Glücksspiele?
Pink: Ich spiele Black Jack.
Jessica Schwarz: Mit einem guten Glas Whisky und einer Zigarette?
Du rauchst doch?
Pink: Ich versuche gerade, es mir abzugewöhnen, weniger zu
rauchen. Deshalb bin ich im Moment manchmal unausstehlich. Aber ich rauche
gerne. (seufzt)
Jessica Schwarz: In gewisser Weise ist es schließlich auch
"gut" für die Stimme, oder? Janis Joplin hat geraucht.
Hast Du irgendwelche Idole?
Pink: Sie ist mein Idol. Und ich mag Billy Joel, Green Day und
die neuen Alben von Jack Johnson und den Foo Fighters. Ich liebe The Distillers,
also eigentlich einen ganzen Haufen Leute. Es gibt viel coole Musik.
"Sexshops verraten alles"
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Jessica Schwarz: Hattest Du die Möglichkeit, ein bisschen
herumzureisen, etwas von Deutschland zu sehen? Oder ziehst Du es vor,
Deine Show zu machen, und die Städte interessieren Dich nicht?
Pink: Natürlich habe ich mich umgesehen. Besonders in Berlin
war ich viel unterwegs.
Jessica Schwarz: Ich lebe in Berlin.
Pink: Wirklich? Ich liebe Berlin, es ist meine Lieblingsstadt
in Deutschland. Hier in der Gegend war ich auch schon ein paar Mal, aber
ich habe nicht viel gesehen. Ich war nur in ein paar Sex-Shops.
Jessica Schwarz: Sex-Shops?
Pink: Klar, ich gehe in jeder Stadt in die Sex-Shops, um mir einfach
mal anzusehen, wie pervers die Leute so sind.
Jessica Schwarz: Das ist echt eine gute Idee. Ich gehe sonst immer
auf die Friedhöfe, aber vielleicht sollte ich es mal mit Sex-Shops
probieren.
Pink: Die erzählen Dir wirklich alles über die Menschen.
(lacht)
"Rot werden nervt!"
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Jessica Schwarz: Du hast gerade einen MTV-Award als beste internationale
Künstlerin bekommen. Wie fühlt sich das an?
Pink: Habe ich? Oh, habe ich! Das ist ja lustig! (lacht) Coole
Sache.
Jessica Schwarz: Was machst Du mit Deinen Preisen? Gibst Du sie
gleich Deinem Nachbarn weiter, damit er sie wegräumt?
Pink: Nein, ich behalte sie schon.
Jessica Schwarz: Wenn deutsche Künstler Preise kriegen, dann
stellen sie sie auf dem Klo auf. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht,
weil jeder dorthin gehen muss und sie dann sehen kann. Wo stellst Du die
Preise auf?
Pink: Ich habe nur zwei Zimmer. Alles was ich besitze, ist mehr
oder weniger in einem Raum, Du kannst Dich also einfach umsehen. Und vielleicht
findest Du dazwischen einen Award.
Jessica Schwarz: Ich habe gehört, der Name "Pink"
kommt daher, dass Du so schnell rot wirst. Stimmt das?
Pink: Es ist einer der Gründe.
Jessica Schwarz: Ich finde es süß, wenn Menschen schnell
erröten. Aber die Betroffenen selbst hassen es meistens. Hasst Du
es?
Pink: Was, rot zu werden? Es ist eben passiert und daher stammt
der Name. Es nervt! Wirklich.
Jessica Schwarz: Ich wünsche Dir hier noch einen schönen
Abend. Und vielen Dank für das Interview!
Redaktion: ZDFonline
Quelle : www.zdf.de
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